010 Haus Angst

Aufstockung zum Mehrgenerationen Haus

STATUSPlanung 2024

ORT Bubikon, ZH

NUTZUNGWohnen

GRÖSSE+ 100 m2


ARCHITEKTUR Erik Fichter, Rémi Jourdan

STRUKTUR Co-Struct AG

AUFTRAGPrivat

Das Haus Angst zeigt beispielhaft, wie das Schweizer Einfamilienhaus sozial, ökologisch und zukunftsorientiert erweitert werden kann. Unter einem Dach verbindet das Konzept zentrale Themen wie flexibles Mehrgenerationenwohnen, Bestandsweiterverwendung, biobasierte Materialität und passive Klimasysteme zu einer harmonischen und nachhaltigen Lösung.

Programm:

Die Bauauftraggeberin verfolgt das Ziel, das bestehende Einfamilienhaus nachzuverdichten, dass sowohl die Grossmutter als auch die Familie der Enkelin gemeinsam unter einem Dach leben können. Die bewusste Entscheidung gegen einen Neubau basiert auf zwei wesentlichen Überlegungen: Einerseits soll der Charakter des dicht bewachsenen Gartens sowie die Bausubstanz des Hauses bewahrt werden, um die damit verbundenen Erinnerungen der Familie an den Bestand zu erhalten. Andererseits wird durch die Weiterverwendung der bestehenden Struktur die graue Energie des Gebäudes erhalten, wodurch der Verbrauch neuer Ressourcen reduziert wird. Das Projekt zielt darauf ab, das Haus durch eine Erweiterung an zukünftige Wohnbedürfnisse anzupassen. Drei separate Zugänge – zwei bestehende und ein neuer – ermöglichen eine flexible Nutzung der verschiedenen Generationen. Dadurch bleibt die Wohnsituation wandelbar und kann problemlos an zukünftige Anforderungen angepasst werden.

Volumen:

Die geplante Erweiterung erfolgt über ein bewohnbares Dach, das als Leichtbaukonstruktion die baurechtlichen Möglichkeiten maximal ausschöpft. Das neue Dachvolumen kragt auf zwei Seiten des Bestandsgebäudes aus und wird mit lediglich drei neuen Punktfundamenten realisiert. Der darunter entstehende überdachte Aussenbereich dient als Stellplatz, Erschliessungsfläche und Gemeinschaftsbalkon, wobei die Offenheit des Gartens und des Aussenraums erhalten bleibt.

Materialität:

Das neue Dach folgt einem klar definierten Materialkonzept: Verwendung von möglichst leichten Materialien, um die Last auf das bestehende Gebäude zu minimieren. Einsatz von biobasierten und regionalen Materialien, die ein gesundes Raumklima schaffen. Soweit möglich wird auf die Wiederverwendung bestehender Bauelemente wie Fenster, Böden oder Armaturen gesetzt, um Ressourcen zu schonen und den Materialkreislauf zu fördern.

Systeme:

Das Gebäude verfolgt das Ziel, den Energieverbrauch im Betrieb auf ein Minimum zu reduzieren. Dies wird durch eine Kombination intelligenter baulicher Massnahmen erreicht: Optimierte Dämmung und ein gezielter Einsatz von Öffnungen sorgen für maximale Energieeffizienz und optimale Licht- und Luftverhältnisse. Die Verwendung thermischer Masse und dampfdiffusionsoffenen Wandaufbauten vermeiden weitgehend den Einsatz zusätzlicher technischer Systeme.